Eichenprozessionsspinner im Thurn und Taxis Forst

Im Thurn und Taxis Forst tritt in diesem Jahr erstmalig der Eichenprozessionsspinner auf. Dieser entwickelt sich in Eichenwälder stellen bei gehäuftem Vorkommen eine akute gesundheitliche Gefährdung für den Menschen dar. Wo er auftritt und wie Sie sich gegen Ihn schützen können, wird Ihnen im Weiteren beschrieben.

Biologie
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtschmetterling, der in lichten und warmen Eichenwälder, entlang von Waldrändern oder Solitären lebt. Vor seiner Flugzeit als Schmettlering durchläuft er als Raupe nach seinem Schlüpfen Anfang Mai unterschiedlichste Entwicklungsstadien. Von Beginn an lebt diese in geselligen Familienverbänden und sammelt sich in jüngeren Stadien an locker zusammen gesponnen Blättern oder Zweigen. Typisch für das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners sind dicht gewebte, helle Gespinstnester am unteren Stammbereich und in Astgabeln der Eiche.

Gefahrenpotenzial
Ältere Raupen (nach der zweiten Häutung) besitzen kurze und lange Härchen, wobei die kurzen Härchen als Brennhaare (Setae) ausgebildet sind. Die Brennhaare, die einen Giftstoff enthalten, schützen die Raupen vor Fressfeinden wie Vögeln und Säugetieren. Von diesen Brennhaaren geht auch eine akute Gefahr für den Menschen aus. Diese ist während der Raupenfraßzeit von Ende Mai bis Ende Juli am größten. Alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, stellen jedoch ebenfalls eine anhaltende Gefahrenquelle dar. Da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit besitzen, reichern sie sich über mehrere Jahre in der Umgebung, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs an. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue allergische Reaktionen aus.

Gesundheitliche Gefahr/Symptome
Durch die Haare kann eine allergische Reaktion des Immunsystems hervorgerufen werden, die individuell sehr unterschiedlich ausfällt. Bei betroffenen Personen steigt die Empfindlichkeit und Reaktionsintensität mit der Anzahl der Einzelkontakte stetig an. Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge (Raupendermatitis), die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Häufig bilden sich Quaddeln am ganzen Körper. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel , Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen. Bei Auftreten von allergischen Symptomen sollte der behandelnde Arzt oder Hautarzt aufgesucht werden.

Aktuelle Gefahrenstandorte:
Der Eichenprozessionsspinner taucht seit diesem Jahr zum ersten Mal in Wäldern der Thurn und Taxis am Großstandort Regensburg auf. Derzeit bekannte Befalsauftritte im Thurn und Taxis Forst:

  • TT-Waldgebiet angrenzend zum Schloss Prüfening
  • TT-Waldgebiet angrenzend zur Gemeinde Wenzenbach
  • TT-Waldgebiet "Ziegelhof" Nahe der Gemeinde Burgweinting

Eichen in den betroffenen Waldgebieten sind bis auf Weiteres zu meiden.

Vorsichtsmaßnahmen:
Risikogruppen (Waldbesucher, Anwohner, Brennholz-Selbstwerber, etc.) sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen:

  • (Potenzielle) Befallsareale meiden. Hierzu zählen lichte und wamre Eichenwälder und Eichen am Waldrand oder Eichensolitäre im Feld)
  • Raupen und Gespinste niemals berühren
  • Bei Kontakt sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung
  • Empfindliche Hautbereiche (z. B. Nacken, Hals, Unterarme) schützen

 

Weitere Informationen und anschauliche Bilder zum Eichenprozessionsspinner finden Sie [hier].

Quelle: LWF (Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft), LGL (Bayerische Landesanstalt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit)

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