Schutzgebietssystem Natura 2000/ FFH- Gebiete

Das aus FFH- (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien)  und Vogelschutzgebieten (Vogelschutzrichtlinie)  bestehende Natura 2000 Projekt, umfasst alleine in Deutschland 15,3 % der terrestrischen Fläche und 41 % der marinen Fläche. Europaweit ist so ein zusammenhängendes, ökologisches Netz von Schutzgebieten entstanden.

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Die Teilnahme der EU-Mitgliedstaaten ist verpflichtend und wurde 1992 in einem einstimmigen Beschluss  verabschiedet.

Ziel ist der durch ein Verschlechterungsverbot ausgedrückte Erhalt, besonders schützenswerter Lebensräume und Arten. Die Erhaltungsziele für die ausgewiesenen Flächen, gehen aus gebietsspezifischen Managementplänen hervor.

In den fürstlichen Wäldern des Forstbetriebes Thiergarten (Bayern), wurden im Rahmen der Etablierung des europäischen Schutzgebietsnetzes (Natura 2000) zwei FFH- Gebiete  ausgewiesen.

Gebiet Nr. 6939-371 –Trockenhänge am Donaurandbruch-

Dieses Gebiet hat eine Flächenausdehnung von aktuell 521 ha und keine direkte Verbindung zu anderen Natura 200 Gebieten. Als schützenswert wurden hier unter anderem Lebensraumtypen wie der Hainsimsen-Buchenwald und der Labkraut –Eichen-Buchenwald ausgewiesen. Zu den besonderen Arten in diesem Gebiet zählt der in Deutschland stark gefährdete Hirschkäfer sowie die Orchideenart gelber Frauenschuh.

Gebiet Nr. 6939-302 –Bachtäler im Falkensteiner Vorwald-

Das zweite Gebiet ist mit knapp 1380 ha mehr als doppelt so groß wie das Gebiet Nr. 6939-371. Auch hier besteht keine Verbindung zu anderen Natura-2000 Einheiten. Als schützenswerte Lebensraumtypen wurden hier unter anderem Auenwälder mit Walnuss und gemeiner Esche sowie der Hainsimsen Buchenwald festgelegt. Zu den besonders geschützten Arten dieses Areals zählen die Gelbbauchunke sowie die Flussperlmuschel.

Ein weiteres, erst kürzlich ausgewiesenes FFH- Gebiet befindet sich im Forstbetrieb Saulgau (Baden- Württemberg).

Gebiet Nr. 7823-341 –Donau zwischen Munderkingen und Riedlingen-

Das gesamte FFH- Gebiet weist eine Fläche von rund 1431 ha aus und umfasst einen knapp 30 km langen Flussabschnitt der Donau. Ziel dieser Ausweisung ist es, die natürliche Auenstruktur mit ihren Altarmen und Flutmulden zu erhalten. Besonders Waldmeister-Buchenwälder, Hainsimsen-Buchenwälder sowie Schlucht- und Hangmischwälder prägen das Waldbild dieser Region. Spezielle und endemische Fischarten wie Groppe und Streber haben hier ihr Verbreitungsgebiet. Von besonderer Bedeutung sind die Mageren Flachland- Mähwiesen, welche durch die traditionelle Nutzung als Heuwiesen entstanden sind. Diese sollen zukünftig auf weitere Flächen ausgedehnt werden. Die grüne Flussjungfer ist eine Rarität an der Donau und galt  lange als verschollen. Erst im Jahr 2009 wurde sie hier wiederentdeckt. Mit etwas Glück kann sie im Juli und August, während der Hauptflugzeit,  durch aufmerksame Beobachter bewundert werden.

Gebiet Nr. 4750-302 –Berge bei Ohorn-

Das FFH-Gebiet -Berge bei Ohorn- (221 ha) liegt in Sachsen und ist in zwei räumlich voneinander getrennten Flächen ausgewiesen worden. Diese befinden sich im Waldgebiet zwischen Ohorn im Westen und Rauschwitz im Osten.

Die rund 130 ha große Teilfläche  „Steinberg“  liegt im fürstlichen Forstbetrieb Luchsenburg. Die Fläche umfasst die submontane Hügelkette, die vor allem vom Ohorner Steinberg und dem Hochstein gebildet wird. Die im Gebiet vorkommenden großflächigen Hainsimsen-Buchenwälder um die höchsten Erhebungen der Westlausitz und deren Felsformationen sind überregional bedeutsam. Den Oligo- bis mesotrophen Stillgewässern und den Übergangs- und Schwingrasenmooren  kommt auf Grund ihrer Seltenheit in der Oberlausitz regionale Bedeutung zu. Die wertvollen, naturnahen Buchenwaldbestände mit eingelagerten offenen Felsbildungen und Blockhalden sowie kleinflächigen Zwischenmoorbereichen prägen das Landschaftsbild. Sie sind Lebensraum für die Große Moosjungfer und den Fischotter. Auch der Schwarzspecht findet hier ein für ihn geeignetes Brutgebiet. Eine besondere Bedeutung kommt dem Gebiet als Verbindungs- und Wanderkorridor sowie als Nahrungshabitat für den Fischotter (Lutra lutra) zu.

 

Die Geographische Lage und Ausdehnung der Gebiete, kann unter Angabe von Gebiets-Nummer/ Gebiets-Name auf der offiziellen FFH- Gebiets Website (http://www.ffh-gebiete.de/ffh-gebiete/) abgerufen werden