„Schützen durch Nützen“

Diese Wortkombination stellt für uns keineswegs einen unvereinbaren Wiederspruch dar. Vielmehr beschreibt sie das Zusammenspiel von Mensch und Natur, von gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Ansprüchen an das Ökosystem Wald.

Der Forstbetrieb Thurn und Taxis geht daher den Weg der integrativen Waldwirtschaft, welche die ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen des Waldes im gleichen Umfang berücksichtigen.

Das bei der Waldpflege anfallende Holz kann so in Form von Gegenständen des täglichen Bedarfs sowie als umweltbewusstes Baumaterial weiterhin das in ihm eingelagerte CO2 binden und so einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Holz zur energetischen Nutzung ist darüber hinaus ein klimaschonender und emissionsfreier Energielieferant.

Die Bundesregierung sieht in ihrer Biodiversitätsstrategie vor, zukünftig 5 % aller Waldflächen aus der Nutzung zu nehmen und einer natürlichen Entwicklung zu überlassen (segregativer Ansatz) hierdurch würde sich bei gleichbleibender Nachfrage nach dem Rohstoff Holz die Nutzung des Rohstoffs auf den bewirtschafteten Flächen erhöhen oder die Nachfrage müsste aus anderen Ländern aus womöglich nicht zertifizierten Wäldern oder aus illegalen Rodungen gedeckt werden. Außerdem würden die hohen Transportkosten auch die sehr gute Ökobilanz des Rohstoffes Holz belasten.

Wir sehen daher die größten Vorteile für  Wald, Gesellschaft sowie den Umweltschutz in der Nutzung der gesamten Fläche. Durch punktuellen Nutzungsverzicht in Form von Habitatbäumen, Totholzinseln und dem Schutz seltener Arten ermöglichen wir ein Höchstmaß an Biodiversität, unter gleichzeitiger Berücksichtigung nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

Unsere Waldungen beherbergen seltene Arten wie die Flussperlmuschel die als vom Aussterben bedrohte Tierart gilt. Sie kann bis zu 280 Jahren alt werden und benötigt bei ihrem komplexen und störungsanfälligen Fortpflanzungsmechanismus, die selten gewordene Bachforelle als Wirt. Die Flussperlmuschel ist nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt.

Weitere selten gewordene Vertreter wie die Türkenbundlilie, welche ihren Namen der turbanähnlichen Form der Blüte zu verdanken hat, kommen in vermehrter Anzahl in unseren Waldungen vor. Am besten gedeiht sie in lichten Wäldern und auf halbschattigen Wiesen.

Auch die Jagd ist elementarer Bestandteil unseres Naturschutzgedankens. Der Mensch hat die Umwelt nachhaltig verändert, sodass viele Wildarten keinen natürlichen Feinden mehr gegenüber stehen. Durch die aktive und waidgerechte Bejagung, werden der Schäl- und Verbissdruck auf die jungen Bäume  unserer Laub- und Nadelhölzer, sowie der Wildschaden in den angrenzenden Feldkulturen gemindert. Auch der Entstehung und Ausbreitung von Seuchen, wie Tollwut oder Schweinepest, ausgelöst durch zu hohe Wildtierdichten, wird hierdurch aktiv vorgebeugt.